Der Eigenverbrauch von Strom aus Photovoltaik-Anlagen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wurden vor zehn Jahren nur 2,1 Milliarden Kilowattstunden (2,1 Terrawattstunden oder TWh) aus PV-Anlagen selbst verbraucht, so waren es im Jahr 2024 bereits 12,3 TWh und im vergangenen Jahr 2025 dann 16,9 TWh. Im Vergleich zur Netzeinspeisung durch PV-Anlagen in Höhe von 70,6 TWh im Jahr 2025 sind dies beinahe 20% der gesamten PV-Nettostromerzeugung. Auch diese 20% sind ein neuer Rekordwert. So steigt auch dieser prozentuale Wert jährlich zunehmend an und lag im Jahr 2024 noch bei 17%.
Die Gründe, warum Verbraucher verstärkt auf den Eigenverbrauch von PV-Strom setzen sind vielfältig. So ist es unter den momentanen Rahmenbedingungen des Erneuerbaren Energien-Gesetzes (EEG) wirtschaftlicher erzeugten PV-Strom selbst zu verbrauchen anstatt ihn ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen.
Zudem spielt die gewonnene Unabhängigkeit für viele private PV-Anlagen-Betreiber eine große Rolle. Denn in Verbindung mit den günstigen Preisen bei Batteriespeichern wird Energieunabhängigkeit erschwinglich wie nie zuvor. So lässt sich durch eine PV-Anlage auf dem Dach und einem Batteriespeicher im Keller weitestgehend autark von den großen Stromversorgern oder Preisschwankungen durch Gaskrisen oder CO2-Preis-Erhöhungen leben. Besonders im Kontext von Ein- und Zwei-Familienhäusern lassen sich unter Ausnutzung der maximal verfügbaren Dachfläche, so Autarkiegrade von bis zu 80% erreichen. Wobei im Idealfall die Monate März bis Oktober sogar gänzlich autark überbrückt werden können.
Doch auch für Industrie- und Gewerbeunternehmen stellt die Autarkie einen entscheidenden Faktor dar. Denn wird ein großer Teil des eigenen Strombedarfs bereits durch lokale Quellen gedeckt, so sind die Stromkosten in die Zukunft gesehen planbarer, weniger Schwankungen ausgesetzt und erhalten für den Eigenverbrauch zudem noch einen effektiven Preishedge über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren.
Als dritter Grund für den zunehmenden Eigenverbrauch ist die Entlastung des Stromnetzes zu nennen. Strom lokal vor Ort zu produzieren, spart nicht nur erheblich Netzentgelte ein, sondern stabilisiert auch das Stromnetz. Denn der selbst verbrauchte PV-Strom muss nie über eine öffentliche Stromleitung transportiert werden und reduziert zudem noch den Bezug aus dem Netz.
Wir haben gesehen, es gibt mindestens drei gute Gründe, PV-Strom mittels Eigenverbrauch direkt vor Ort zu konsumieren. Zum einen die wirtschaftlichen Entlastungen, welche mit der Vermeidung von Netzentgelten, Steuern und weiteren Abgaben einhergehen. Zweitens die Autarkie und Unabhängigkeit von fluktuierenden Strompreisen. Dritter und letzter Vorteil war der Stabilisierung des Stromnetzes.